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Materialien

Ausgangspunkt für jeden EU-Kompakt-Kurs sind die europäischen Fragen der Jugendlichen. Hier präsentieren wir Antworten unseres Trainer*innen-Teams und Diskussionsimpulse.

Schüler*innen haben Fragen zu Europa - Methodenheft zur europapolitischen Bildung

Gemeinsam mit unseren Trainer*innen haben wir Ideen entwickelt, wie zentrale Schülerfragen aus den vierstündigen EU-Kompakt-Kursen im Unterricht erarbeitet und diskutiert werden können.

Das Methodenheft für Schüler*innen ab der 10. Jahrgangsstufe präsentiert Unterrichtseinheiten zu den folgenden drei europapolitischen Inhaltsfeldern:

Mit dem Methodenheft möchten wir deutschlandweit Lehrer*innen als Mitstreiter*innen gewinnen, um europapolitische Dimensionen in den Schulalltag möglichst vieler Schüler*innen zu integrieren. Wir wollen mehr junge Stimmen in europäischen Diskussionen hören.

Hier finden Sie das Methodenheft zum Download

Wir freuen uns, wenn Sie unsere Methoden im Unterricht erproben. Gerne möchten wir unsere Methoden und Materialien auf dieser Grundlage kontinuierlich weiterentwicklen.

Bitte senden Sie uns daher ein kurzes Online-Feedback

Begleitmaterialien

Das Methodenheft verweist auf Arbeitsmaterialien, die wir gemeinsam mit unserem studentischen Trainer-Team entwickelt haben. Sie stehen allen Interessierten auf der Website der Schwarzkopf-Stiftung zur Verfügung.

Materialien
Illustration: Christoph J. Kellner

Europa in der Welt

Schülerfrage zum Thema
"Welche Auswirkungen hat die Ukraine-Krise auf die EU?"

Europa-Verstehen Trainer antworten…

Nach dem Mauerfall und dem Zusammenbruch der Sowjetunion konnten die nachbarschaftlichen Beziehungen zwischen Russland und den Mitgliedstaaten der EU verbessert und vertieft werden. Die Ukraine hat als unabhängiger Staat eigene Beziehungen zur EU entwickelt und hat gleichzeitig ein Freihandelsabkommen mit seinem Nachbarn Russland. Russland streitet eine militärische Beteiligung im Konflikt der Ukraine ab, der sich mittlerweile auf die Ostukraine ausgebreitet hat. Aus Sicht der EU ist es jedoch sehr wahrscheinlich, dass russisches Militär verdeckt im Konflikt in der Ukraine mitmischt. Wie sich der Konflikt in der Ukraine weiterentwickelt ist nicht abzusehen.

Eine Eingliederung des Ostteils der Ukraine durch Russland verstößt gegen das Recht der Ukraine auf Entscheidungsfreiheit über das eigene Staatsgebiet. In diesem Fall ist es auch zu erwarten, dass sich die Beziehungen zwischen der EU und Russland erheblich verschlechtern, da der EU das Recht auf territoriale Unabhängigkeit besonders wichtig ist. Es könnte wieder zu einer Politik der Abschottung und Konfrontation zwischen Ost und West wie im Kalten Krieg kommen.

Die EU bemüht sich daher um eine friedliche Lösung des Konflikts mithilfe von Gesprächen und teilweise umstrittenen Wirtschaftssanktionen gegen Russland. Es ist jedoch nicht auszuschließen, dass die Spaltung der Ukraine die einzige Möglichkeit darstellt, den Konflikt zwischen den pro-russischen und pro-europäischen Kräften innerhalb des Landes zu befrieden und weitere militärische Ausschreitungen zu verhindern. Die Ostukraine unterscheidet sich sprachlich, kulturell und wirtschaftlich vom Rest des Landes.

Eine demokratische Volksabstimmung über eine Aufteilung der Ukraine müsste aber von der ukrainischen und nicht von der russischen Regierung organisiert werden.

Diskussionsimpuls
"Welche Auswirkungen hat die Ukraine-Krise auf die EU?"

Presse-Collage: Mithilfe von aktuellen Online- und Printmedien erstellen die Schüler einen Pressekompass. In Kleingruppen werden die Auswirkungen der Krise auf die verschiedenen Akteure gesammelt. Jede Richtung auf dem Kompass repräsentiert die Auswirkungen auf einen Akteur. Welche Folgen hat die Krise für die für die Ukraine, die EU, die NATO und für Russland? Durch eine Visualisierung des Pressekompasses auf einem Plakat und die Erstellung von Verbindungs- und Konfliktlinien wird den Schülern der Perspektivenwechsel erleichtert. Verschiedene Anschlussfragen können auf Grundlage des Pressekompass vertiefend diskutiert werden.


Wirtschaft und Finanzen

Schülerfrage zum Thema
"Warum haben nicht alle EU-Länder den Euro? Bringt der Euro überhaupt was, wenn ihn nicht alle EU Länder als Währung besitzen?"

Europa-Verstehen Trainer antworten…

Alle Mitgliedstaaten der EU haben sich dazu verpflichtet, den Euro einzuführen. Dies ist so in den EU-Verträgen festgelegt. Neue EU-Mitglieder können jedoch erst den Euro einführen, wenn sie die entsprechenden Kriterien erfüllt haben. Lediglich zwei Länder (Dänemark und Großbritannien) haben im Vertrag eine Ausnahmeregel (eine so genannte „Opt-out“-Klausel) ausgehandelt, durch die sie selbst entscheiden können ob und wann sie der Währungsunion beitreten.

Die Grundlagen für die Einführung des Euro wurden im EU-Vertrag von Maastricht im Jahr 1992 geschaffen. Hier wurden auch die sogenannten Maastrichter Kriterien festgelegt, die definieren unter welchen Voraussetzungen ein Land den Euro einführen darf. Es wird dann Teil der Eurozone und teilt mit den anderen Euroländern eine gemeinsame Währungspolitik, die von der Europäischen Zentralbank gesteuert wird. Da die meisten EU-Länder auch Mitglieder der Eurozone sind oder werden, ermöglicht die gemeinsame Währung, europaweite Preisstabilität, erleichtert den Handel in Europa und bietet einen direkten Preisvergleich.

Der Euro gehört trotz der Schuldenkrise zu den stabilsten Währungen der Welt. Allerdings wird der Währungsunion ein anderer Geburtsfehler vorgeworfen. Während die Währungspolitik in der Eurozone gemeinsam durch die EZB gemacht wird, haben alle Länder nach wie vor ihre eigene Finanz- und Wirtschaftspolitik und erheben z.B. selbst Steuern. All diese Politikbereiche sind jedoch eng miteinander verknüpft, sodass diese Situation ein gemeinsames Handeln zum Beispiel inmitten einer Finanzkrise sehr schwierig macht.

Diskussionsimpuls
"Warum haben nicht alle EU-Länder den Euro? Bringt der Euro überhaupt was, wenn ihn nicht alle EU Länder als Währung besitzen?"

Experten-Ralley: Die Schüler finden sich in drei Rechercheteams zusammen. Die Gruppen befassen sich mit den Maastrichter Kriterien, den Vorteilen einer gemeinsamen Währung und den Gründen, die im Falle von Großbritannien und Dänemark gegen einen Eintritt in die Währungsunion sprachen. Anschließend entsenden alle Rechercheteams einen Experten in die anderen Gruppen, sodass in jeder Stammgruppe ein Themenexperte vertreten ist. Gemeinsam finden die Stammgruppen Antworten auf die Frage "Was bringt der Euro?" und "Warum haben nicht alle Länder den Euro?". Alle drei Gruppen kommen zum Schluss wieder in der gesamten Gruppe zusammen, um die Gruppenergebnisse zu den Fragen zu sammeln. Zum Schluss kann auch ein Stimmungsbild über Vor- und Nachteile einer gemeinsamen Währung unter den Schülern abgefragt werden.


Offenes Europa

Schülerfrage zum Thema
"Gibt es ein Konzept, wie die EU in den nächsten Jahren mit Flüchtlingen umgehen will?"

Europa-Verstehen Trainer antworten…

Zurzeit diskutiert man in der EU über eine Quote, nach der für jeden Mitgliedstaat die Aufnahme von Flüchtlingen geregelt wird. Nach der geltenden Regelung der EU sind Asylsuchende heute verpflichtet, in dem EU-Land Asyl zu beantragen, das sie zuerst betreten haben. Dieses System hat zur Folge, dass in EU-Ländern an den Außengrenzen besonders belastet werden. Ansonsten wurden in den letzten Jahren EU-Richtlinien beschlossen, die die Qualität der Flüchtlingsaufnahme insgesamt verbessern sollen. Allerdings muss auch erwähnt werden, dass gleichzeitig sehr hohe Investitionen in das europäische Grenzüberwachungssystem getätigt werden. Die Grenzsicherung wird von der Agentur Frontex übernommen.

Die Grenzen sollen in den nächsten Jahren immer weiter mit neuen Technologien (zum Beispiel mit Drohnen) überwacht werden. Zu verbessern ist der Kontrollmechanismus, der die Einhaltung dieser neuen Richtlinien garantiert. Einen zentralen „Action Plan“ für eine grundsätzliche Reform des Verteilungssystems gibt es bisher allerdings nicht.

Der Hauptgrund, warum es noch keinen gemeinsamen Reformplan gibt, sind die unterschiedlichen Interessen und Möglichkeiten in den Mitgliedsländern.

Diskussionsimpuls
"Gibt es ein Konzept, wie die EU in den nächsten Jahren mit Flüchtlingen umgehen will?"

Rücken an Rücken: Das Thema "Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik" wift viele Fragen auf, zu denen Schüler eine Position haben oder sich eine Meinung bilden möchten. Immer je zwei Schüler stehen Rücken an Rücken und heben gleichzeitig die Hand als Antwort auf eine Ja-Nein-Frage. Zum Beispiel "Sollte die EU ein Quotensystem einführen?", "Ist es wichtig die Grenzssicherung mithilfe von Frotenx auszubauen?" "Sollte Deutschland mehr Flüchtlinge aufnehmen ?" Anschließend drehen sich die Schülerpaare zueinander und lösen die Antwort auf. Jedes Paar diskutiert zu der Frage und den Antworten. Schließlich werden in der großen Runde einige Paare nach den Diskussionsergebnissen und möglichen Kontroversen befragt.

(Graphic Records: Christoph Kellner)


Infoclips

Sieben Infoclips fassen die wichtigsten Inhalte der EU-Kompakt-Kurse anschaulich zusammen. Die Infoclips werden flexibel in die EU-Kompakt-Kurse eingebunden und können von allen Interessierten online angeschaut oder zur Nachbereitung des Kurses abgerufen werden.

Wie kann ich mitwirken in der EU?

Wie hat sich der Flüchtlingsschutz auf EU-Ebene entwickelt?

Warum gibt es die EU?

Wer ist die EU?

Was macht die EU?

DU und die EU!

Europa Verstehen