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Warum unterstützt Deutschland Griechenland und andere Krisenländer?

Rebecca Harms

Wir haben alle die gleiche Währung, den Euro, und unsere Wirtschaft hängt stark von der der übrigen Mitgliedsländer ab. Deshalb kann es uns nicht egal sein, was in den anderen Ländern passiert. Wenn Griechenlands Wirtschaft weiter einbricht oder der Staat sogar Pleite geht, hätte das auch fatale Auswirkungen für deutsche Unternehmen. Die Banken würden zum Beispiel viel Geld verlieren, das sie dem griechischen Staat bisher geliehen haben. Und unsere Wirtschaft exportiert viel nach Griechenland, Spanien etc. Die Menschen dort hätten kein Geld mehr, deutsche Waren einzukaufen. Das würde auch uns treffen.

www.rebecca-harms.de/

Nadja Hirsch, Michael Theurer, Britta Reimers

Deutschland hilft Griechenland und anderen Krisenländern, da ein Staatsbankrott eines dieser Länder für die deutsche Wirtschaft sehr teuer wäre, viele Firmen pleite gehen und viele Menschen ihren Arbeitsplatz verlieren würden. Als Gegenleistung für die Hilfsgelder haben die Krisenländer sich verpflichtet, Ihre Volkswirtschaft zu modernisieren. Darüber hinaus ist es auch wichtig, dass man den Menschen, die jetzt direkt von der Krise betroffen sind, hilft wieder einen Arbeitsplatz finden, damit sie ihre Zukunft selbst gestalten können. Die Krise wurde ja nicht vom Bürger, sondern von Teilen der Finanzindustrie und der Politik in diesen Ländern verschuldet. Auch eine Teilung oder Auflösung der Eurozone wäre ein drastischer Vorgang mit unkalkulierbaren Risiken. Der Grund ist einfach: Eine Auflösung der Eurozone heißt, dass die Länder der Eurozone zu eigenen Währungen zurückkehren müssen. Diese nationalen Währungsreformen würden einen gewaltigen Kraftakt darstellen und auch enorme Kosten verursachen.

www.europahirsch.eu

Thomas Händel

Weil die deutsche Wirtschaft sehr lange von dem auf Schulden in den Krisenstaaten basierenden Export profitiert hat. Und weil die Europäische Union auch eine Solidar- Gemeinschaft ist. Leider unterstützt Deutschland (im übrigen nicht alleine, sondern nur zu einem Viertel der Gesamthilfen) weniger Griechenland und die Krisenländer. Die Hilfen fliessen an Banken und deren Aktionäre und Gläubiger. Nur 6 Prozent der bisher gezahlten Hilfsmittel kamen wirlich den Menschen in Griechenland zugute. Das muss sich dringend ändern.

www.thomas-haendel.eu/

Jens Geier

Was häufig verschwiegen wird: Deutschland zieht gewaltigen Nutzen aus der wirtschaftlichen Zusammenarbeit in der EU: Deutschland und die deutsche Wirtschaft erwirtschaften viel Geld jedes Jahr auf Grund des gemeinsamen europäischen Binnenmarktes, der Deustrchland zum "Exportweltmeister" gemacht hat. Durch den übermäßigen Absatz von Waren in unsere europäischen Partnerländer hat Deutschland Gewinne und einige Länder Verluste gemacht. Um diese Verluste auszugleichen, haben diese Länder auf Dienstleistungen oder Finanzwirtschaft gesetzt. Dieser Wirtschaftsbereich ist aber in der Weltfinanzkrise seit 2007 ins Wanken geraten. Sie mussten sich zusätzlich verschulden, bis an den Rand ihrer Leistungsfähigkeit. Deutschland bürgt für neue Kredite, damit Irland, Portugal, Spanien und Griechenland ihre Schulden bezahlen können. Und verdient daran gut.

www.jens-geier.de/

Dr. Peter Liese

Wir unterstützen Griechenland und andere Krisenländer natürlich aus Solidarität. Wenn über 50% der jungen Menschen arbeitslos sind, darf man nicht tatenlos zusehen, sondern muss helfen. Zusätzlich haben wir auch ein wichtiges Eigeninteresse. Nach einer Studie der Bertelsmann-Stiftung wären bei einem Auseinanderbrechen des Euro Wohlstandsverluste in Deutschland von 21.000 Euro pro Kopf der Bevölkerung die Folge.

www.peter-liese.de/

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